
Jeder erlebt Hypnose anders
Der Trancezustand oder die Hypnose fühlt sich für jeden Menschen anders an. Tatsächlich variiert das Erlebnis auch für denselben Menschen, abhängig von der Tageszeit oder der persönlichen Verfassung. Das klingt erstmal kompliziert, ist es aber gar nicht. Denn Hypnose ist kein künstlicher oder ungewöhnlicher Zustand. In leichten Trancezuständen befinden wir uns täglich mehrfach – beispielsweise beim Autofahren auf einer monotonen Strecke. Unsere Gedanken schweifen ab, während ein Teil der Aufmerksamkeit nach innen geht und in eine eigene Welt abtaucht. Dies ist eine sogenannte Alltags-Trance, die viele Menschen kennen.
Zwischen Wachsein und Schlaf
Wenn ich gefragt werde, wie sich Hypnose anfühlt, antworte ich oft: „Es ist ein Zustand wie da und doch irgendwie weg.“ Diese Antwort scheint zunächst wenig konkret, wird jedoch nach der Sitzung meist genau verstanden. Hypnose hat nichts mit Schlaf zu tun, auch wenn die Augen oft geschlossen sind. Der Zustand gleicht eher dem Moment kurz vor dem Einschlafen: Die meisten Klienten erleben eine tiefe, angenehme Entspannung, die sowohl geistig als auch körperlich spürbar ist. Der Herzschlag verlangsamt sich, der Puls wird ruhiger, die Muskulatur entspannt sich und der Geist wird fokussierter.
Verändert Wahrnehmung während der Hypnose
Viele Menschen berichten, dass sie während der Hypnose ein verändertes Zeitgefühl haben. Für manche scheint die Zeit wie im Flug zu vergehen, für andere dauert sie ewig. Manche haben sogar das Gefühl, in eine andere Dimension eingetaucht zu sein. Oft verändert sich auch die Körperwahrnehmung: Arme und Beine können schwerer erscheinen oder es tritt ein Gefühl der Schwerelosigkeit auf. Einige spüren ein angenehmes Kribbeln oder eine Veränderung der Körpertemperatur, wie Wärme oder Kühle.
Hypnose ist ein sanfter Prozess
Der Eintritt in den hypnotischen Zustand erfolgt dabei nicht plötzlich, sondern schrittweise. Niemand „fällt“ in die Trance und es ist auch kein mühevoller Weg zurück nötig. Vielmehr ist die Hypnose ein sanfter Prozess, der sich anfühlt wie in Wellen: mal tiefer, mal wacher, aber immer angenehm.
Was ist ein Trance-Phänomen?
Während der Hypnose treten oft sogenannte Trance-Phänomene auf, die auch von außen sichtbar sind und auf eine tiefe Trance hinweisen. Dazu gehören:
- Flattern der Augenlider
- Bewegungen der Augäpfel bei geschlossenen Augen
- Tränende Augen
- Erhöhter Schluckreflex
- Leichte, ruckartige Körperbewegungen
- Körperstarre, auch Katalepsie genannt
Es ist völlig normal, dass diese Phänomene nicht bei jedem Menschen auftreten. Auf jeden Fall können Vorerfahrungen mit Entspannungstechniken wie autogenem Training oder Achtsamkeitsübungen helfen, schneller in eine (tiefe) Trance zu gelangen.
Fazit: Hypnose ist individuell
(Fotoquelle: © Natalie Bond pexels.com)